Multitalent Birke

20.3.2017


Ob für Gesundheit oder Alltag – die Birke versorgte die Menschen schon in frühen Zeiten mit vielem, was sie zum Leben brauchten. Bereits Alpenüberquerer Ötzi trug vor 4 000 Jahren einen Becher aus Birkenrinde bei sich. Auch heute lohnt sich ein Blick auf die vielen Möglichkeiten des Laubbaums.

Unsere Vorfahren haben junge Birkenrinde verwendet, um Umhänge, Matten und Schuhe herzustellen und auch Behälter, Löffel und Teller wurden aus diesem Material gefertigt. Aus Birkenrinde nähte man früher zudem Kochtöpfe und verschloss die Nähte dann mit Birkenharz. Verblüffend ist auch die Tatsache, dass der älteste Kaugummi der Welt aus Birkenharz ist: In Schweden wurde ein 9000 Jahre altes Harzstück mit Zahnabdrücken eines Steinzeitmenschen gefunden.
 

Richtiger Zeitpunkt zum Sammeln

Die jungen Birkenblätter können bereits in den ersten Frühlingstagen geerntet werden. Dazu die kleinen, noch etwas klebrigen Blätter von den Ästen streifen – sie sollten frisch verwendet werden. Für den Jahresvorrat die schon festeren Blätter bis Ende Juni sammeln und auf einem Leintuch trocknen.
 

Birke bei Rheuma und Gicht

Birkenblätter-Tee hat eine durchspülende Wirkung: Er bringt den Stoffwechsel in Fluss und lindert daher alle Erkrankungen, die mit Stoffwechselablagerungen einhergehen – wie beispielsweise in den Gelenken bei Rheuma und Gicht. Bei diesen Erkrankungen können auch äußerliche Anwendungen mit Birke schmerzlindernd und abschwellend wirken. Dazu einfach jene Stellen mit Birkenöl einreiben – dieses gibt es in Apotheke und Reformhaus zu kaufen oder lässt sich einfach selbst ansetzen (siehe Kasten). Mit diesem Öl können auch raue und rissige Hautstellen gepflegt werden.
 

Unterstützung für die Haut

Die Haut wird oft als „die dritte Niere“ bezeichnet: Was der Körper nicht über die Nieren ausscheiden kann, versucht er, über die Haut loszuwerden – das zeigt sich häufig durch Pickel, Ekzeme oder Juckreiz. Als Unterstützung 3 bis 4 Wochen täglich einen Liter Birkentee trinken, denn Birkenblätter gelten als eines der sanftesten Durchspülungsmittel für die Niere. Birkentee hilft auch äußerlich als Gesichtswasser oder Kompresse bei Hautunreinheiten und schlecht heilenden Wunden. Den „inneren Frühjahrsputz“ unterstützt eine Kur mit zwei Litern Birkentee über mindestens drei Wochen: Pro Liter zwei Esslöffel frische junge Blätter mit heißem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Eine Trink-Kur über mehrere Monate kann Nieren- und Blasensteine auflösen, deshalb bei bestehenden Nierenerkrankungen den behandelnden Arzt vorab kontaktieren. 

Rezept Birken-Öl

Je eine Hand voll frischer Birkenknospen und getrockneter Arnikablüten (aus der Apotheke) in ein Schraubdeckel-Glas füllen und mit Mandelöl oder kalt gepresstem Olivenöl übergießen – die Pflanzenteile sollen gut bedeckt sein. Den Ansatz drei Wochen bei Zimmertemperatur stehen lassen und täglich schütteln, danach absieben. Das fertige Öl in einer dunklen Flasche aufbewahren.

 
Sämtliche Inhalte dieser Rubrik werden gewissenhaft recherchiert – es kann aber keine Haftung übernommen werden bzw. ersetzen diese Infos nicht den Besuch eines Arztes.